Betriebskonzept der Suworow Museum GmbH in Schwanden GL
Stand: 26. August 2026
1. Museumsprofil
1.1 Geschichte und Entwicklung des Museums
Das Suworow Museum wurde 1986 von Walter Gähler als Einzelfirma in Glarus gegründet. Nach mehreren Standortwechseln innerhalb des Kantons Glarus wurde das Museum nach Altdorf UR verlegt, wo es seit 2021 der Öffentlichkeit zugänglich war.
Im November 2024 wurde die Suworow Museum GmbH gegründet. Die Gesellschaft ist Eigentümerin der Museumssammlung, mit Ausnahme der Bodenfunde, welche der Familie Gähler gehören und dem Museum als Leihgaben zur Verfügung gestellt werden.
Die Suworow Museum GmbH ist als gemeinnützige Gesellschaft organisiert. Die Gemeinnützigkeit wurde vom Kanton Uri anerkannt und die Gesellschaft dort von der Steuerpflicht befreit. Ein entsprechendes Gesuch um Steuerbefreiung im Kanton Glarus ist in Vorbereitung.
Im Januar 2026 bezog das Museum seine neuen Räumlichkeiten im ehemaligen Postgebäude in Schwanden GL. Die neue Ausstellung wurde am 7. Juni 2026 eröffnet. Als langfristige Erweiterung ist für das Jahr 2028 die Realisierung eines grossformatigen Suworow-Dioramas vorgesehen.
1.2 Sammlung und historischer Schwerpunkt
Das Suworow Museum befasst sich schwerpunktmässig mit den Ereignissen der Jahre 1798/1799, insbesondere mit dem Alpenfeldzug der russischen Armee unter General Alexander Suworow und dessen Auswirkungen auf die Schweiz und die Bevölkerung.
Die Sammlung umfasst historische Objekte, Dokumente, Darstellungen, Erinnerungsstücke sowie Bodenfunde. Einen besonderen Stellenwert haben dabei die Zeugnisse aus dem Kanton Glarus und der umliegenden Region.
Das Museum versteht sich als Ort der historischen Vermittlung. Es möchte die Ereignisse der damaligen Zeit nicht isoliert betrachten, sondern deren politische, militärische, gesellschaftliche und menschliche Zusammenhänge aufzeigen.
1.3 Ausstellungskonzept
Die Ausstellung ist als chronologischer Rundgang konzipiert. Sie führt die Besucherinnen und Besucher durch die Ereignisse rund um den Untergang der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1798 und die anschliessenden kriegerischen Auseinandersetzungen.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Zug der russischen Armee unter Suworow von Italien über das Tessin und über die Schweizer Alpenpässe. Dabei werden die beteiligten Armeen und deren historische Zusammenhänge ebenso dargestellt wie die Auswirkungen des Feldzuges auf die Zivilbevölkerung.
Weitere Ausstellungsschwerpunkte sind:
• die politische und gesellschaftliche Situation während der Helvetik;
• der Alpenfeldzug der russischen Armee von 1799;
• die beteiligten russischen, österreichischen und französischen Truppen;
• die Ereignisse und Auswirkungen im Glarnerland;
• historische Bodenfunde aus dem Kanton Glarus;
• heutige und historische Gedenkstätten;
• die Entwicklung der Erinnerungskultur;
• Darstellungen und Erinnerungsstücke vom 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Ein besonderes Augenmerk gilt der damaligen Bevölkerung. Neben den militärischen Ereignissen werden auch die Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung, deren Versorgungslage sowie die damit verbundenen persönlichen Schicksale thematisiert.
Ein herausragendes Ausstellungsobjekt ist das Monumentalbild «Schlacht bei Muotathal».
Als zukünftige Erweiterung ist ein grossformatiges Suworow-Diorama geplant. Dieses soll eine historische Szene auf dem Panixerpass darstellen und mit rund 40 Uniformpuppen sowie verschiedenen Personengruppen einen anschaulichen Eindruck des damaligen Geschehens vermitteln. Einzelne dargestellte Szenen orientieren sich an überlieferten Begebenheiten.
Bei der Konzeption des Dioramas dienen unter anderem das Bourbaki Panorama in Luzern und das Tirol Panorama in Innsbruck als gestalterische Vorbilder.
Das Suworow Museum nimmt mit seiner umfassenden Darstellung der Ereignisse von 1798/1799, der beteiligten Akteure sowie der bis in die Gegenwart reichenden Erinnerungskultur eine besondere Stellung in der Schweizer Museumslandschaft ein.
1.4 Beschilderung und Parkmöglichkeiten
Das Museum ist von der Einfahrt her gut erkennbar. Auf beiden Seiten der Einfahrt weisen Museumstafeln im Format von 120 × 70 cm auf den Standort hin.
Für Museumsbesucherinnen und -besucher stehen neben den öffentlichen Parkmöglichkeiten in Schwanden zwei Parkplätze direkt beim Museumseingang zur Verfügung.
1.5 Raumaufteilung
Ehemaliger Garagenraum
Der ehemalige Garagenraum ist nicht beheizt und bildet den ersten Bereich des Museumsrundgangs.
Hier ist die Realisierung des geplanten Suworow-Dioramas vorgesehen. Rund 40 Uniformpuppen sollen die russische Armee beim Übergang über den verschneiten Panixerpass darstellen. Ergänzend werden verschiedene überlieferte Ereignisse und Personengruppen szenisch dargestellt.
Der Hintergrund des Dioramas soll durch eine grossformatige Gebirgslandschaft gestaltet werden.
Bereits heute befindet sich in diesem Raum der Ausstellungsteil zur Erinnerungskultur, welcher die Entwicklung des historischen Gedenkens bis in die Gegenwart thematisiert.
Ehemaliger Sortierraum
Der ehemalige Sortierraum ist beheizt und bildet den Hauptbereich der historischen Ausstellung.
Hier werden die wesentlichen Ausstellungsobjekte zur Helvetik, zum Feldzug von 1799 und zu den damit verbundenen Ereignissen präsentiert. Das Monumentalbild «Schlacht bei Muotathal» bildet einen zentralen Bestandteil dieses Ausstellungsbereichs.
Im Raum befinden sich zudem Sitzgelegenheiten für bis zu 25 Personen. Diese ermöglichen insbesondere die Durchführung von Theaterführungen und weiteren Vermittlungsangeboten für Gruppen.
Die WC-Anlagen mit einer Fläche von rund 19 m² sind ebenfalls in diesem Gebäudeteil integriert.
Das gesamte Museum ist barrierefrei zugänglich.
Archiv und Lager
Nicht benötigtes Ausstellungsmaterial sowie das Museumsarchiv befinden sich in den Räumlichkeiten des ehemaligen Drogerielokals Thomann am Kreuzplatz, rund 100 Meter vom Museum entfernt.
Zwei Schaufenster des ehemaligen Ladenlokals werden zur Information und Bewerbung des Museums genutzt.
-------------------------------------------------------------
2. Ziele und Mission
Das Suworow Museum verfolgt das Ziel, die Geschichte der Jahre 1798/1799 einem breiten Publikum zugänglich zu machen und das Verständnis für die politischen, militärischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge dieser Zeit zu fördern.
Das Museum ist ein privat getragenes, völkerverbindendes Gemeinschaftsprojekt von Personen mit unterschiedlichen nationalen und kulturellen Hintergründen. Menschen aus der Schweiz, Russland, der Ukraine und Belarus engagieren sich gemeinsam für den Erhalt und die Vermittlung dieses historischen Kulturgutes.
Das Museum versteht sich als politisch und weltanschaulich neutraler Ort der historischen Bildung und Begegnung. Im Mittelpunkt stehen die historischen Ereignisse und deren Einordnung aus heutiger Sicht, nicht aktuelle politische Konflikte.
Die gemeinsame Geschichte soll dazu beitragen, Verständnis und Dialog zu fördern. Das Museum steht Besucherinnen und Besuchern unabhängig von Herkunft, Nationalität, Alter oder persönlichem Hintergrund offen.
Die Angebote sollen laufend weiterentwickelt werden. Insbesondere sind eine Erweiterung der Angebote für Schulklassen, Vereine, Gruppen und weitere interessierte Besucherinnen und Besucher sowie der Ausbau von Führungen und museumspädagogischen Vermittlungsangeboten vorgesehen.
-------------------------------------------------
3. Organisation und personelle Ressourcen
Trägerin des Museums ist die Suworow Museum GmbH.
Die Gesellschaft wird durch zwei Geschäftsführer geführt. Vorsitzender Geschäftsführer und gleichzeitig Museumsleiter ist Walter Gähler. Als weiterer Geschäftsführer unterstützt ihn Samuel Gähler.
Die Geschäftsführertätigkeit wird ehrenamtlich ausgeübt.
Die Tätigkeit von Walter Gähler als Museumsleiter umfasst durchschnittlich rund 45 Arbeitsstunden pro Woche. Dafür wird eine monatliche Entschädigung von CHF 1'799.– ausgerichtet. Diese Entschädigung liegt bewusst deutlich unter einer marktüblichen Vergütung und trägt dem gemeinnützigen Charakter des Museums Rechnung.
Zum Museumsteam gehören weitere ehrenamtlich tätige Personen:
• Sonja Gähler;
• Sara Gähler;
• Simone Feldmann.
Für besondere Anlässe, Führungen, Veranstaltungen und einzelne Arbeiten können zusätzlich Personen aus dem Gönner- und Unterstützerkreis beigezogen werden.
Die Zuständigkeiten und Rahmenbedingungen der Mitarbeit sind in den Statuten beziehungsweise im entsprechenden Entschädigungsreglement geregelt.
------------------------------------------
4. Öffnungszeiten und Besucherangebote
Das Museum ist ganzjährig geöffnet.
Die regulären Öffnungszeiten sind:
• Freitag: 11.00–17.00 Uhr
• Samstag: 11.00–17.00 Uhr
• Sonntag: 13.00–17.00 Uhr
Besuche ausserhalb der regulären Öffnungszeiten sind nach vorheriger Anmeldung möglich.
Für Gruppen wird eine spezielle Theaterführung angeboten. Diese verbindet die historische Ausstellung mit einer szenischen und erzählerischen Vermittlung der damaligen Ereignisse.
Für Gruppen ist eine Voranmeldung erforderlich. Gruppen mit mehr als 25 Personen werden für die Führungen in mehrere Gruppen aufgeteilt.
-------------------------------------------------
5. Beaufsichtigung und Museumsbetrieb
Einzelbesucherinnen und -besucher sowie kleinere Gruppen werden nach Möglichkeit durch den Museumsleiter persönlich empfangen und durch die Ausstellung begleitet.
Bei grösseren Gruppen, Veranstaltungen und besonderen Anlässen wird der Museumsleiter durch das ehrenamtliche Museumsteam unterstützt.
Die personelle Organisation ist auf die erwartete Besucherzahl ausgerichtet und ermöglicht gleichzeitig eine persönliche Betreuung der Besucherinnen und Besucher.
Die laufende Betreuung umfasst insbesondere:
• Empfang und Information der Besucherinnen und Besucher;
• Führungen und historische Vermittlung;
• Betreuung von Gruppen und Schulklassen;
• Überwachung und Pflege der Ausstellungsräume;
• Pflege und fachgerechte Präsentation der Sammlung;
• Organisation von Veranstaltungen und Sonderführungen;
• administrative Arbeiten;
• Pflege des Archivs und der Museumsdokumentation.
----------------------------------------------------
6. Erwartete Besucherzahlen
Für den Standort Schwanden wird mit jährlich rund 1'000 bis 1'100 Besucherinnen und Besuchern gerechnet.
Die erwarteten Besucherzahlen setzen sich voraussichtlich wie folgt zusammen:
• rund 700 Einzelbesucherinnen und -besucher;
• rund 10 Besuchergruppen mit insgesamt etwa 200 bis 270 Personen;
• rund 100 Teilnehmende am jährlich stattfindenden Gönnertag.
Aufgrund des Standortes ist davon auszugehen, dass ein grosser Teil der Besucherinnen und Besucher den Museumsbesuch gezielt plant. Im Vergleich zum früheren Standort in Altdorf wird deshalb mit weniger spontaner Laufkundschaft gerechnet.
Die Besucherzahlen sollen langfristig durch gezielte Angebote für Gruppen, Schulen, Vereine, historische Interessengruppen und weitere Zielgruppen erhöht werden.
--------------------------------------------
7. Finanzierung und Budget
Der Eintritt in das Suworow Museum ist grundsätzlich kostenlos. Auch die regulären Führungen werden unentgeltlich angeboten.
Die Finanzierung des Museums erfolgt auf gemeinnütziger Grundlage. Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, das Museum freiwillig durch Spenden zu unterstützen. Spenden können unter anderem über ein Spendengefäss, Banküberweisung, TWINT oder PayPal geleistet werden.
Die jährlichen Betriebskosten werden auf rund CHF 95'000.– veranschlagt.
Die Finanzierung erfolgt insbesondere durch:
• private Spenden;
• Beiträge von Gönnerinnen und Gönnern;
• Zuwendungen und Schenkungen;
• Beiträge von Stiftungen und weiteren Förderinstitutionen;
• Beiträge der öffentlichen Hand, insbesondere aus Lotteriefonds, soweit entsprechende Gesuche bewilligt werden.
Für die Weiterentwicklung des Museums und insbesondere für die geplante Realisierung des Suworow-Dioramas ist eine separate Spendensammlung vorgesehen.
Der Aufbau des neuen Museumsstandortes in Schwanden wurde durch eine grosszügige Schenkung der Familie Amstad ermöglicht.
Das Museum verfolgt keine gewinnorientierten Ziele. Sämtliche verfügbaren Mittel dienen dem Erhalt, dem Betrieb und der Weiterentwicklung des Museums, der Sammlung sowie der historischen Vermittlungsarbeit.
--------------------------------------------------
8. Ausblick und Weiterentwicklung
Mit dem neuen Standort in Schwanden verfügt das Suworow Museum über die Grundlage für eine langfristige Weiterentwicklung.
Im Mittelpunkt der nächsten Jahre stehen insbesondere:
• die kontinuierliche Weiterentwicklung der Dauerausstellung;
• die Realisierung des geplanten Suworow-Dioramas bis voraussichtlich 2028;
• der Ausbau der Angebote für Schulen und Gruppen;
• die Weiterentwicklung der Theaterführungen;
• die verstärkte Zusammenarbeit mit regionalen und überregionalen Institutionen;
• die Pflege und Erschliessung der Sammlung und des Archivs;
• die Gewinnung zusätzlicher Gönnerinnen, Gönner und Förderpartner;
• die langfristige Sicherstellung des Museumsbetriebs.
Das Suworow Museum soll damit nicht nur eine Sammlung historischer Objekte sein, sondern ein öffentlich zugänglicher Ort der historischen Bildung, der Begegnung und der Auseinandersetzung mit einem bedeutenden Kapitel der Schweizer Geschichte.
---------------------------------------------------
Schwanden GL, 26. August 2026
Suworow Museum GmbH
Walter Gähler
Vorsitzender Geschäftsführer / Museumsleiter
Samuel Gähler
Geschäftsführer
